Der Europäische Aal hat ein faszinierendes Leben: Er laicht in der Sargassosee, die nordöstlich der Karibik liegt, kommt mit dem Golfstrom nach Europa und steigt hier die Flüsse hoch. Er lebt jahrzehntelang in unseren Flüssen und Seen und schwimmt dann zum Laichen tausende Kilometer zurück in die Sargassosee.

Leider ist der Aal vom Aussterben bedroht. Dies liegt unter anderem daran, dass Wasserkraftwerke seine flussabwärts gerichteten Wanderungen verhindern. Die Tiere gelangen in die Turbinen und verletzten sich dabei meist schwer oder sterben direkt. Gleichzeitig sind Wasserkraftwerke essenziell für die europäische Stromversorgung.

Wir erforschen mit unserem Projekt das Wanderverhalten der Aale aus dem Bodensee, die den Rhein in Richtung Nordsee hinunterwandern. Damit liefern wir wichtige wissenschaftliche Grundlagen für eine sachlich fundierte und sorgfältige Abwägung von allfälligen Schutzmassnahmen.

Wann wandern die Aale?

Zu welchen Tages- und Jahreszeiten wandern die meisten Tiere?

Welche Wege nehmen sie?

Wie verhalten sie sich die Tiere im freien Fluss, im Staubereich und direkt vor den Kraftwerken?

Was beeinflusst ihre Wanderung?

Welche Rolle spielen Wassertemperatur, Wassermenge und der Betrieb der Kraftwerke?

Wie viele Tiere sterben bei welchem Kraftwerksbetrieb?

Wie viele tote und verletzte Aale können unter welchen Bedingungen unterhalb der Kraftwerke erfasst werden?

Unser Ziel

Das so erhobene Wissen soll als Grundlage für einen breiten Diskurs über allfällige Schutzmassnahmen für abwandernde Aale im Hochrhein dienen.

Methodik und Laufzeit

Um die Aale bei ihrer Wanderung zu verfolgen, werden sie mit sogenannten akustischen Tags ausgestattet, welche Signale senden. Entlang des Rheins erfassen Unterwassermikrofone, auch Hydrophone genannt, diese Signale sodass die Schwimmpfade der Fische verfolgt werden können.
Die Studie erweitert das bestehende Hydrophon-Netzwerk der Eawag (Wasserforschungsinstitut der ETH), welches im Rahmen eines Forschungsprojekts erstellt wurde. Die Aal-Studie findet in enger Zusammenarbeit mit der Eawag statt und ist eingebunden in das European Tracking Network.

Laufzeit: 2026 bis 2029
Die ersten Aale werden im Herbst 2026 markiert.

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Finanzierung

Finanziert wird die Aal-Studie durch das Bundesamt für Umwelt, den Lotteriefonds des Kantons Thurgau, den Swisslosfonds des Kantons Aargau sowie durch den 111er-Club.