Vom Atlantik bis in den Hochrhein – und zurück

Geboren mitten im Atlantik. Herangewachsen in europäischen Gewässern. Heimgekehrt um sich zu Paaren und zu Sterben — irgendwo zwischen Florida und Bermuda. So verläuft das Leben eines Europäischen Aals, wenn er seine Reise vollbringen kann.

Jahre bis Jahrzehnte vergehen zwischen Ankunft und Aufbruch. Die Wanderung der Aale ist eine der erstaunlichsten Geschichten unter unseren Wanderfischen.

Sargasso-See — ein Ort, den keiner kennt

Mitten im Atlantik, zwischen Florida und Bermuda, treiben winzige Aallarven. Ihre Eltern sind hier nie gesehen worden — und doch wissen wir: hier beginnt das Leben jedes Europäischen Aals.

Glasaal — Ankunft in Europa

Mit dem Golfstrom treiben die Tiere drei Jahre lang nach Europa. Als durchsichtige Glas- und Steigaale wandern sie in die Flüsse hoch.

Gelbaal — verborgenes Leben im Süsswasser

In unseren Gewässern jagen sie meist nachts und verstecken sich tagsüber. Wann ein einzelner Aal sich auf den Rückweg macht, bleibt bisher sein Geheimnis — manche brechen nach wenigen Jahren auf, andere bleiben Jahrzehnte.

Blankaal — Rückkehr zur Sargasso-See

Vor dem Aufbruch verändert sich ihr Körper:Die Augen werden grösser, die Haut wird silbern. Auf dem Weg zurück fressen sie nichts mehr und zehren von ihren Fettreserven. Wie genau sieihre Laichgründe finden, bleibt bislang eines ihrer zahlreichen Rätsel.

Heute ist der Aal stark bedroht. Auf seiner Rückwanderung muss er im Hochrhein eine Reihe von Wasserkraftwerken passieren — eine besonders schwierige Etappe. Wir untersuchen wann die Aale wandern, welche Wege sie nehmen und was ihre Reise beeinflusst.